Montag, 9. November 2009

Ein Bild der Bildung



Bildung (von adh. bildunga, "Schöpfung; Bildnis, Gestalt") bezeichnet das Lernen als Formung des Menschen im Hinblick auf sein „Menschsein“. Quelle: Wikipedia




Dieses Zitat und einige Gedanken zur letzten Präsenzstunde in der Berufpädagogik haben mich veranlasst über den Begriff Bildung nachzudenken. Dieser vor allem im Schulalltag sehr häufig verwendete Begriff scheint mir mehr Inhalt zu haben, als man auf den ersten Blick denkt.
Der Komplexität des Begriffes von Bildung wird, so meine ich, selten ganzheitlich Rechnung getragen. Viel einfacher als Bildung zu verstehen ist es, den Begriff für die eigenen Ziele zu gebrauchen. Ich vermute gar, dass Bildung vergleichbar ist mit Religion. Man definiert gewisse Inhalte, gewisse Kompetenzen und Standards, man hält an bestimmten moralischen, ethischen und menschlichen Werten fest und "bildet" sich darauf etwas auf- böse Zungen könnten auch sagen: "Man bildet sich etwas darauf ein!" Schlussendlich ist man dann soweit - man gehört dazu, man verhält sich dem Kontext Bildung entsprechend zielgerichtet.
In meinem Regal steht ein Hörbuch: "Bildung - Alles was man wissen muss!" Wie eingebildet?! Gewisse Bildung ist also ein Muss! Man muss einen Munch erkennen und den Gottesbeweis von Descartes wiedergeben, dann ist man gebildet!
Wieder zum Begriff Bildung selber: Ich bin da ein sehr offener Mensch: Ich glaube an einen Inhalt im Leben - ich male mir ein Bild davon - ich bin im Bilde - es bleibt aber immer mein Bild, sei ich eine Person, sei ich eine Institution, sei ich ein Staat, sei ich eine Kultur, sei ich die Welt. Das Bild bestimmt wer wir sind. Die Bildung ist genau jenes Bild! Bildung ist eine Religion - eine Philosophie. Die Inhalte jedoch können mehr oder weniger auf dem Boden der Realität behaftet sein - sie sind aber nie unabhängig von unserer Bewertung....

Bildung darf effizient sein - die Natur der Bildung lässt es aber zu, dass wir sie formen, sie nach unseren Bedürfnissen gestalten. So unterschiedlich unsere Bedürfnisse sind, so verschieden ist dann auch die Bildung. Mal ist sie ziegerichtet, mal ökonomisch, mal auf unsere Interessen, mal auf die Interessen der Umwelt gerichtet, mal dreht sich Bildung im Kreis, mal missfällt sie uns und wir gehen nochmals einen Schritt zurück. Meine Bildung ist zielgerichtet, damit auch effizient, da ich meine Schwerpunkte den Erwartungen verschiedener LehrerInnen/Mentoren/Schulen und unserer Gesellschaft anpassen musste um meinen Weg einzuschlagen. Leider geben die Naturwissenschaften hier einen engen Rahmen vor - die frei gebliebenen Kapazitäten habe ich aber für meine Weiterbildung genutzt. Ich vermute aber, dass auch eine Gesellschaft wie jene, in der wir Leben effiziente (zielgerichtete) Bildung braucht, damit sie zielgerichtet erhalten werden kann.
Was wäre nun die geeignete Bildung an einer Berufsschule? Was Bildungsziele für die Absolventen einer Fachhochschule? In wie weit bildet sich ein Mensch im Betrieb, wie weit in der Schule? Ist der Lehrplan das Bildungsideal, der Bildungsplan? Oder ist das Bild der Bildung gar nicht so klar definiert, wie man es zu glauben scheint?

Vielleicht gibt dieser Comic ja die Antwort auf alle diese Fragen...





1 Kommentar:

  1. Dieser Blogeintrag trifft die derzeit herrschende Verwirrtheit der Politker bezüglich der "anzustrebenden" Bildung. Denn derzeit werden viele verschiedene Reformvorschläge für das Deutsche Schulwesen eingebracht die alle auf die optimale Bildung abzielen. Doch gibt es diese überhaupt? Oder ist es nicht ferner so wie in diesem Blog optimal ausgedrückt eher so, dass es nicht die "Bildung" an sich gibt, da Bildung immer aus einer bestimmten Sichtwarte (Institution, Ich-Perspektive, Motivationshintergrund) heraus anders definiert und belegt wird.
    Ich selber stehe sehr in der Tradition von Dietrich Schwanitz. Er sieht Bildung als den Kern der Kulturen. Dies impliziert bereits die Mannigfaltigeit der Auslegung des Begriffes Bildung.
    Ich sehe im Bezug auf das Schulwesen den Bildungsbegriff oder den Bildungsauftrag als Anhaltspunkt "das Wesentliche vom weniger Wichtigen [zu] zu unterscheiden" (Dietrich Schwanitz)und somit eine fundierte Grundlage für unsere Nachkommenschaft zu sichern. Manche nennen diese Grundlage >>Allgemeinwissen<<. Ich selber würde es eher als Grundlage und somit Ausstattung der Schüler betrachten damit sie später in der Lage sind auf diese Grundlage aufzubauen, ihr Wissen /ihre Bildung zu spezifizieren und dass sie somnit in der Lage sind sich ihr Leben lang weiterbilden zu können.
    Daher möchte ich hier auch mit einem Zitat von Roman Herzog, Bundespräsident a. D. enden
    "Wissen ist heute die wichtigste Ressource in unserem rohstoffarmen Land. Wissen können wir aber nur durch Bildung erschliessen... Es geht darum, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren und allen ein breites Grundwissen zu vermitteln...".
    Danke für diesen Gedankenanregenden Blogeintrag der motiviert an diesem Punkt weiterzuphilosophieren...

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