Durch den Umbau der Sekundarstufe II während der letzten Jahre hat sich die Schullandschaft dahingehend verändert, dass parallel zu den gymnasialen Mittelschulen vermehrt Fachmaturitätsschulen, Diplom-, Handelsmittelschulen und Berufmaturitätsschulen an Stellenwert gewinnen (siehe Bild). Dies hat zur Folge, dass die Ausschliesslichkeit der Gymnasien mit Maturitätsprofilen Vergangenheit geworden ist. Lag einem früher nach der Matura die Bildungswelt zu Füssen, oder hatte man nach erfolgreicher Maturaprüfung ein weiteres Studium oder einen Beruf im Sack, so verliert dieser einmalige Stellenwert der Matura zunehmend an Bedeutung. Durch Berufs- und Fachmaturitäten nimmt die Konkurrenz auf dem Bildungsmarkt zu (siehe Bild). Dadurch entsteht das Bedürfnis nach einer Rechtfertigung der 4 jährigen Matura, verglichen mit einer kürzeren Berufs- und Fachmaturität. Diese Rechtfertigung liegt in der Ausschliesslichkeit im Zugang zu Universitäten und Hochschulen, wohingegen Fach- und Berufsmaturitäten zu einem Zugang an Fachhochschulen berechtigen. Diese fachlichen Bildungswege setzen hingegen auf eine zusätzliche Berufliche Vorbildung/Lehre/Arbeitstätigkeit.
Der Verlust an Ausschliesslichkeit der gymnasialenMaturitätsschulen als Transferinstitution zwischen der Sekundarstufe I und den Hochschulen/Fachhochschulen führt schlussendlich auch dazu, dass die Schülerzahlen an gymnasialenMaturitätsschulen sinken/stagnieren, wobei sie an Fachmaturitätsschulen etc. stetig zunehmen. Diese mehr oder weniger direkte Konkurrenz wird in Zukunft vermehrt dazu führen, dass man sich auf sich verändernde Schülerzahlen einstellen muss. Weiterhin wird immer notweniger, die Bildung und Ausbildung klarer zu definieren und die verschiedenen Maturitätswege gegeneinander abzugrenzen. Gymnasiale Mittelschulen werden vermehrt mit Universitäten und Hochschulen zusammenarbeiten müssen, um den reibungslosen Transfer der Studierenden der Sekundarstufe II zu unterstützen.
Auch die Fachhochschulen und Berufsmaturitätsschulen müssen sich in diesem Markt klar positionieren. Ihre Aufgaben wie die Ausbildung von Fachkräften, Führungspersonen für die Privatwirtschaft, die angewandt Forschung und die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft bieten viel Anreiz, sich nicht mehr zwingend für den gymnasialen Weg mit anschliessendem universitären Studium zu entschliessen. Die kürzere Dauer der Maturität und der oftmals primär auf ein Bachelorstudium ausgerichtete Weg ist zudem kurzer und scheint deshalb auf den ersten Blick effizienter zu sein als der klassische Weg über das Gymnasium. Gerade deshalb muss man sich bewusst sein, dass man in der fachspezifischen Ausbildung weniger Gefässe für eine möglichst breit angelegte Bildung hat. Man arbeitet enger auf ein Ziel hin, welches an Fachhochschulen mit meist sehr Angewandten Studiengängen nochmals betont wird. Der akademische weg hingegen scheint oftmals mühseliger und schlussendlich auch weniger Zielgerichtet zu sein. Die Grundlagenforschung ist daher der grosse Schwerpunkt an Universitäten, genauso wie Forschung, welche zwar ein grosses öffentliches Interesse hat, aber nicht wirtschaftlicher Natur ist. Die Promovierung, die Weiterführung einer typisch akademischen Karriere, ist ebenfalls nur StudentInnen erlaubt, welche den weg über eine Universität/Hochschule gewählt haben.
Eine Stärkung der Fachhochschulen im Bereich Forschung ist aber sehr naheliegend. Mit der Möglichkeit auch an den Fachhochschulen ein Masterstudium zu machen, steigt wiederum die Konkurrenz zwischen Universitäten und Fachhochschulen. Es ist aber durchaus auch wichtig, sich den Nutzen eines weiteren Studiums vor Augen zu halten. Während Fachhochschulabsolventen oftmals nach dem Bachelorstudium bereits eine Anstellung suchen und sich in einem Betrieb vertiefen und weiterbilden und somit berufliche Erfahrung mit der Ausbildung effizient verknüpfen können, haben Universitätsabsolventen mit einem Masterabschluss meist wenig bis gar keine Erfahrung in der Privatwirtschaft und finden sich oft in enger Konkurrenz zu den angewandteren Fachhochschulabsolventen. Der Stellenwert der Berufsmaturitäten und Fachhochschulen wird so betrachtet sicherlich noch zunehmen und langfristig eine zwingende Alternative zum gymnasialen und universitären Weg sein. Es wird sich mit der Zeit ein Gleichgewicht einstellen. Wichtig für eine gute Wahl des Studiums wird langfristig auch eine gute Beratung, schon auf Niveau Sek I, sein. Die Universitäten und Fachhochschulen werden sich vermutlich noch stärker im akademischen Bereich positionieren müssen um einen nachhaltigen Nachwuchs an Forschern und Mitarbeitern zu generieren, wohingegen die Fachhochschulen vielleicht noch klarer in den angewandten Bildungssektor hinein tendieren könnten, um noch mehr Nachwuchs aus sämtlichen angewandten Bereichen (DMS, HMS, BMS und auch aus der beruflichen Grundausbildung – Lehre) zu rekrutieren. Was jedoch ungünstig wäre, wäre die Entstehung einer Kluft zwischen den fachlichen und gymnasialen/akademischen Bildungswegen – es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Zusammenarbeit gegenseitig sowie das Verständnis füreinander erhalten bleiben.
Bildung (von adh. bildunga, "Schöpfung; Bildnis, Gestalt") bezeichnet das Lernen als Formung des Menschen im Hinblick auf sein „Menschsein“. Quelle: Wikipedia
Dieses Zitat und einige Gedanken zur letzten Präsenzstunde in der Berufpädagogik haben mich veranlasst über den Begriff Bildung nachzudenken. Dieser vor allem im Schulalltag sehr häufig verwendete Begriff scheint mir mehr Inhalt zu haben, als man auf den ersten Blick denkt.
Der Komplexität des Begriffes von Bildung wird, so meine ich, selten ganzheitlich Rechnung getragen. Viel einfacher als Bildung zu verstehen ist es, den Begriff für die eigenen Ziele zu gebrauchen. Ich vermute gar, dass Bildung vergleichbar ist mit Religion. Man definiert gewisse Inhalte, gewisse Kompetenzen und Standards, man hält an bestimmten moralischen, ethischen und menschlichen Werten fest und "bildet" sich darauf etwas auf- böse Zungen könnten auch sagen: "Man bildet sich etwas darauf ein!" Schlussendlich ist man dann soweit - man gehört dazu, man verhält sich dem Kontext Bildung entsprechend zielgerichtet.
In meinem Regal steht ein Hörbuch: "Bildung - Alles was man wissen muss!" Wie eingebildet?! Gewisse Bildung ist also ein Muss! Man muss einen Munch erkennen und den Gottesbeweis von Descartes wiedergeben, dann ist man gebildet!
Wieder zum Begriff Bildung selber: Ich bin da ein sehr offener Mensch: Ich glaube an einen Inhalt im Leben - ich male mir ein Bild davon - ich bin im Bilde - es bleibt aber immer mein Bild, sei ich eine Person, sei ich eine Institution, sei ich ein Staat, sei ich eine Kultur, sei ich die Welt. Das Bild bestimmt wer wir sind. Die Bildung ist genau jenes Bild! Bildung ist eine Religion - eine Philosophie. Die Inhalte jedoch können mehr oder weniger auf dem Boden der Realität behaftet sein - sie sind aber nie unabhängig von unserer Bewertung....
Bildung darf effizient sein - die Natur der Bildung lässt es aber zu, dass wir sie formen, sie nach unseren Bedürfnissen gestalten. So unterschiedlich unsere Bedürfnisse sind, so verschieden ist dann auch die Bildung. Mal ist sie ziegerichtet, mal ökonomisch, mal auf unsere Interessen, mal auf die Interessen der Umwelt gerichtet, mal dreht sich Bildung im Kreis, mal missfällt sie uns und wir gehen nochmals einen Schritt zurück. Meine Bildung ist zielgerichtet, damit auch effizient, da ich meine Schwerpunkte den Erwartungen verschiedener LehrerInnen/Mentoren/Schulen und unserer Gesellschaft anpassen musste um meinen Weg einzuschlagen. Leider geben die Naturwissenschaften hier einen engen Rahmen vor - die frei gebliebenen Kapazitäten habe ich aber für meine Weiterbildung genutzt. Ich vermute aber, dass auch eine Gesellschaft wie jene, in der wir Leben effiziente (zielgerichtete) Bildung braucht, damit sie zielgerichtet erhalten werden kann.
Was wäre nun die geeignete Bildung an einer Berufsschule? Was Bildungsziele für die Absolventen einer Fachhochschule? In wie weit bildet sich ein Mensch im Betrieb, wie weit in der Schule? Ist der Lehrplan das Bildungsideal, der Bildungsplan? Oder ist das Bild der Bildung gar nicht so klar definiert, wie man es zu glauben scheint?
Vielleicht gibt dieser Comic ja die Antwort auf alle diese Fragen...
Lernjobs (Prinzip, Aufbau), Anleitungen für das (selbständige) Erarbeiten eines Themas sind ein interessanter Ansatz für das Arbeiten mit der Klasse. Sie erlauben das individuelle Vorgehen der Schüler, von Zuhause aus oder in der Schule, wo die Lehrperson eventuell als Coach Unterstützung anbieten kann. Ein guter Lernjob erlaubt es den SchülerInnen bestimmte Lernziele (idealer Weise klar formuliert) im eigenen Tempo zu erreichen, dabei gezielt Defizite bewusster und vertiefter auszumerzen indem eigene Schwerpunkte gesetzt werden. Dies ist ein Vorteil, welcher der Unterricht in der Klasse im Sinne einer Klassenarbeit, frontalen Unterrichts oder nur schon wegen dem zeitlichen Rahmen nur bedingt bieten kann. Ein Lernjob kann von der Lehrperson auch gezielt so gestaltet werden, so dass Schüsselkompetenzen (Beispielsweise nach Erpenbeck oder nach Bergmann) gezielt gefordert und gefördert werden. Prinzipiell nichts neues - Lernjobs erinnern stark an die Arbeit mit sogenannten "Werkstätten" - bieten Lernjobs eine kompakte und übersichtliche Anleitung und Material-/ Mediensammlung, welche in einem gut rhythmisierten eine interessante Option sind, Wissen und Kompetenzen zu vermitteln.