Donnerstag, 22. Oktober 2009

Systemische Pädagogik – Ein interessanter Ansatz! Teil 1: Nicht ganz Ernst zu nehmende Einleitung

Renoldner, Scala und Rabenstein skizzieren in ihrem Buch (Einfach Systemisch, 2007) die Grundlagen für eine systemische Pädagogik, speziell auch deren Methoden und Anwendungen. Interessanterweise beginnt das Buch mit dem Kapitel „Die Pädagogik ist weiblich“, worin geschildert wird, dass die Mehrzahl im pädagogischen Feld Arbeitenden weiblicher Natur seien. Dies kann ich (als ausgebildeter Primarlehrer) ebenfalls nur unterstreichen. Es ist ein Phänomen, welches schon in der Ausbildung beginnt und im Schulalltag, vor allem auf der Primarstufe (1. – 6. Klasse), sehr an Bedeutung gewonnen hat. Man sollte dies kritisch beobachten, zumal eine einseitige Geschlechterverteilung im Unterricht und in der Erziehung nie optimal sein kann. In der Erziehung, genauso wie dem Unterricht, sollten die SchülerInnen die Möglichkeit haben männliche, wie auch weibliche Vorbilder zu haben (Gendergerecht). Vor diesem Hintergrund brachte es mich zum Schmunzeln, als ich mit der Lektüre dieses Buches begann. Dass die Autoren scheinbar alles dafür tun, diese umschriebene Frauendomäne noch zusätzlich zu verstärken, fiel ihnen scheinbar gar nicht auf: Es werden im Buch bewusst die weiblichen Substantive für Pädagoge (sprich Pädagogin) und für Lehrer (sprich Lehrerin) verwendet, was nicht gerade alltäglich ist - sogar in Kreisen, wo die Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann (auch in der Sprache) schon lange etabliert scheint. Nun denn, ich schlage dieses rosarote (der weibliche Ausdruck dafür wäre wohl „pink“) Buch dennoch sehr gerne auf – der Inhalt tönt spannend. Doch wie war das gerade? In dem Buch schreiben die AutorInnen im zweiten Kapitel: „Systeme organisieren sich im Austausch mit der Umwelt ein lebenserhaltendes Gleichgewicht: Sie sind mit ihren Umwelten strukturell gekoppelt“ (Einfach Systemisch, S. 14, 2007). Also - da haben wir es doch: Diese scheinbare weibliche Pädagogik könnte man also doch wieder ein wenig ins Gleichgewicht rücken. Das Einzige was man tun müsste: „Macht alle Substantive in Pädagogischen Lehrbüchern männlich und alle Bücher unbunt - sicherlich nicht rosa. Arbeitet am System!“ So werden sie auch von männlichen, potentiellen Pädagogen freiwillig im Zug - Zug um Zug - gelesen, ohne dass man schon bei dem Versuch sich zu Informieren durch seine rosa Lektüre auffällt.

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